{"id":76,"date":"2010-06-05T11:31:02","date_gmt":"2010-06-05T09:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ruedi-t3.de\/wordpress\/?page_id=76"},"modified":"2012-11-26T09:07:49","modified_gmt":"2012-11-26T08:07:49","slug":"syncro-daten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ruedi-t3.de\/?page_id=76","title":{"rendered":"syncro daten"},"content":{"rendered":"<p><strong>syncro &#8211; technik antrieb<\/strong><\/p>\n<p>VW beauftragt Steyr-Daimler-Puch mit  der Entwicklung        des Syncro. Erstens war es ein \u00f6sterreichisches Unternehmen und  zweitens,        dank eigener Produktion von Gel\u00e4ndefahrzeugen, mit sehr viel  Erfahrung in        der Allradtechnik. Der Steyr-Technik Chef J\u00fcrgen Stockmar bringt  in die        Zusammenarbeit den Einfall ein, anstelle eines zuschaltbaren  Allradantriebs        (wie in VW ihn zum Beispiel in den Siebzigern gew\u00e4hlt hatte) einen  permanenten        Allradantrieb zu w\u00e4hlen. Aber einen ganz besonderen, n\u00e4mlich  mittels einer        Visco-Kupplung. Diese Idee schl\u00e4gt er VW-Mitarbeiter Henning  Duckstein w\u00e4hrend        eines Telefongespr\u00e4ches vor und Duckstein bei\u00dft an.<br \/>\nIm Werk hingegen findet die Idee wenig Widerhall, es gibt  Misstrauen gegen        die weitgehend unbekannte Technik. Parallel zur Visco-Kupplung  entwickeln        VW und Steyr deshalb einen zuschaltbaren Allradantrieb, den VW bei  Beginn        der Serienfertigung als Alternative f\u00fcr das Milit\u00e4r oder auch  Entwicklungsl\u00e4nder        anbietet. Aber nur eine \u201eHandvoll\u201c (Duckstein) VW Syncro mit  zuschaltbarem        Allradantrieb werden tats\u00e4chlich gebaut. Denn zu \u00fcberzeugend  arbeitet die        Visco-Kupplung in Theorie und Praxis. Die britische Erfindung  besteht aus        einem trommelf\u00f6rmigen Geh\u00e4use, das mit dickfl\u00fcssigem Silikon\u00f6l  gef\u00fcllt ist.        Im Inneren gibt es au\u00dferdem ein Paket gelochter und geschlitzter  Lamellen        aus Stahl. Sie sind \u00fcber einen Stumpf mit der Kardanwelle  verbunden. Ein        zweites Paket dieser Lamellen ist \u00fcber eine Welle mit dem  Vorderachsantrieb        verbunden. In der Praxis bedeutet das, da die sich drehenden  Kardanwelle        das eine Paket der Lamellen st\u00e4ndig mitdreht (Antrieb). Diese  Rotationsbewegung        \u00fcbertr\u00e4gt das Silikon\u00f6l auf das zweite Lamellenpaket, das so  ebenfalls in        Drehung versetzt wird (Abtrieb) und auf diese Weise die  Vorderr\u00e4der antreibt.<br \/>\nDie besondere Eigenschaft der Visco-Kupplung: Mit steigender  Drehzahldifferenz        zwischen Antrieb und Abtrieb versteift sich die Kupplung, wird der  Mitnahmeeffekt        zwischen Antrieb und Abtrieb immer gr\u00f6\u00dfer, bis es fast zu einem  starren        Durchtrieb kommt, beide Lamellenpakete also mit gleicher Drehzahl  rotieren.        Dies bedeutet, dass die Visco-Kupplung die Antriebskraft  selbstt\u00e4tig variabel        zwischen den Achsen verteilt. So wird im Normalfall fast s\u00e4mtliche  Kraft        auf die Hinterr\u00e4der \u00fcbertragen. Haben die jedoch Schlupf, drehen  also durch,        verteilt die Visco-Kupplung die Kraft in Sekundenbruchteilen weich  und fast        unmerklich auf die Vorderachse. Im Extremfall &#8211; die Hinterr\u00e4der  stehen zum        Beispiel auf Eis, die Vorderr\u00e4der auf griffiger Fahrbahn &#8211; dreht  die Visco-Kupplung        die \u00dcbliche Kraftverteilung so um, dass sie nahezu s\u00e4mtliche Kraft  auf die        Vorderr\u00e4der \u00fcbertr\u00e4gt. Demnach kann die Visco-Kupplung das beim  konventionellen        Allradantrieb n\u00f6tige Zwischendifferential ersetzen.<br \/>\nGustav Mayer, seit seinen Sahara-Reisen ein entschiedener  Verfechter des        Allradantriebes, stellt den Transporter Syncro Anfang 1985 der  Presse vor.        Mehrfach betont er, dass der Syncro \u201eein komfortables  Stra\u00dfenfahrzeug mit        guten Gel\u00e4ndeeigenschaften\u201c ist, aber beileibe kein Gel\u00e4ndewagen.  Denn das        Ziel von VW ist nicht, einen Gel\u00e4ndewagen zu bauen.<br \/>\nVielmehr sollen mit m\u00f6glichst geringen \u00c4nderungen an der  Karosserie und        wenigen zus\u00e4tzlichen Teilen mit dem Syncro noch bessere  Fahreigenschaften        erzielt werden. Und dies bei hoher Zuverl\u00e4ssigkeit, hohem  Fahrkomfort, geringer        Wartung und keiner zus\u00e4tzlichen Bedienung f\u00fcr den Fahrer.<br \/>\nTrotz der Vorgabe m\u00f6glichst geringer \u00c4nderungen f\u00fcr den  Allradantrieb unterscheidet        sich der Transporter Syncro ganz geh\u00f6rig von seinen  zweiradgetriebenen Br\u00fcdern.        Die Vorderachse besteht wie gehabt aus einer Aufh\u00e4ngung an  Doppelquerlenkern,        Schraubenfedern, Teleskopsto\u00dfd\u00e4mpfern und Stabilisator, erh\u00e4lt  aber einen        Fahrschemel. Die Visco-Kupplung ist im Geh\u00e4use des  Vorderradantriebes untergebracht,        dessen \u00d6lf\u00fcllung sie umgibt und k\u00fchlt.<br \/>\nDer Antrieb der Vorderr\u00e4der erfolgt \u00fcber gleichlange Wellen. Zur  Vorderachse        f\u00fchrt eine einteilige Kardanwelle. Sie ist durch Kufen gesch\u00fctzt.  Steinschlag-Platten        und Bleche bewahren vorn wie hinten die Antriebstechnik vor  Sch\u00e4den. VW        verlegt das Schaltgest\u00e4nge, um Platz f\u00fcr die Kardanwelle zu  schaffen. An        der Hinterachse \u00e4ndert VW Federn und D\u00e4mpfer. Vorn und hinten sind  die Federwege        20 Millimeter gr\u00f6\u00dfer, die Karosserie steht 60 Millimeter h\u00f6her. Da  im Bereich        der Vorderachse durch den zus\u00e4tzlichen Antrieb Platz verloren  geht, ist        das Reserverad jetzt im Gep\u00e4ckraum untergebracht, der Tank mit 70  statt        60 Litern Fassungsverm\u00f6gen \u00fcber der Hinterachse.<br \/>\nVW verzichtet beim Schaltgetriebe auf eine zus\u00e4tzliche  \u00dcbersetzung. Stattdessen        kommt ein \u201c4 + G-Getriebe\u201c zum Einsatz: Dem normalen  Vierganggetriebe gesellt        sich ein kurzer Gel\u00e4ndegang hinzu. Er liegt in einer Ebene mit dem  R\u00fcckw\u00e4rtsgang        und hat auch die gleiche \u00dcbersetzung. Der Radstand verk\u00fcrzt sich  minimal        auf 2455 Millimeter, die Fahrzeugh\u00f6he betr\u00e4gt knapp zwei Meter.  Die Allradtechnik        erh\u00f6ht das Gewicht um rund 140 Kilogramm; VW beschr\u00e4nkt die  Nutzlast im        Gel\u00e4nde auf 800 Kilo.<br \/>\nNach Serienbeginn fertigt Steyr in Graz die Syncro Transporter mit  etwa        700 bis 800 Mitarbeitern. Steyr baut zum Beispiel die  Visco-Kupplung, den        Fahrschemel der Vorderachse. VW liefert die Karosserie nach  \u00d6sterreich,        dort komplettiert Steyr sie mit der Allradtechnik, dann geht es  zur\u00fcck ins        Werk Hannover. Die Verz\u00f6gerung in der Fertigung gegen\u00fcber einem  normalen        Typ 2 betr\u00e4gt deshalb rund acht Wochen. Trotz eines Aufpreises  rund 70.000        Schilling erreicht der Transporter Syncro einen Anteil von vier  bis f\u00fcnf        Prozent an der Produktion.<br \/>\nEin paar Daten verdeutlichen die guten Gel\u00e4ndeeigenschaften des  Transporter        Syncro: Bodenfreiheit vorn\/hinten leer 265\/235 Millimeter,  \u00dcberhangwinkel        vorn\/hinten 24\/22 Grad, Rampenwinkel 24 Grad. Imponierend ist  besonders        die Steigf\u00e4higkeit: Sie betr\u00e4gt bei voller Beladung 54 Prozent.  Wer Besonderes        mit dem Syncro vorhat, kann ihn gegen Aufpreis mit  Differentialsperren an        der Hinter- und der Vorderachse best\u00fccken lassen und ein  Schlechtwege Paket        erhalten. Hierzu z\u00e4hlen besonders Manschetten zum Schutz der  Antriebswellen,        ein wirksamerer Schwingungsd\u00e4mpfer im Antriebsstrang, verst\u00e4rkte  Antriebswellen        hinten sowie Verst\u00e4rkungen an der Karosserie und weitere Zutaten.  F\u00fcr extreme        Eins\u00e4tze fertigt VW und Steyr au\u00dferdem eine Syncro-Ausf\u00fchrung mit  gro\u00dfen        16-Zoll-R\u00e4dern. Sie unterscheidet sich vom normalen Syncro  au\u00dferdem durch        Verst\u00e4rkung in Fahrwerk und Karosserie, gr\u00f6\u00dfere Bremsen und die  serienm\u00e4\u00dfige        Ausr\u00fcstung mit Differentialsperre an der Hinterachse. \u00c4u\u00dfere  Kennzeichen        sind au\u00dfer den gro\u00dfen R\u00e4dern Abdeckungen aus Kunststoff f\u00fcr die  vorderen        Radl\u00e4ufe. Aufgrund der Verst\u00e4rkungen ist auch hier im Gel\u00e4nde die  Nutzlast        von einer Tonne erlaubt. Die gro\u00dfen R\u00e4der verbessern die  Bodenfreiheit um        weitere 25 Millimeter. Damit liegen auch die f\u00fcr Gel\u00e4ndefahrten  wichtigen        Parameter wie B\u00f6schungs- und Rampenwinkel noch g\u00fcnstiger.<br \/>\n\u00dcbrigens: Noch 1984, im Jahr vor der Pr\u00e4sentation plante VW den  allradgetriebenen        Typ 2 nicht unter der Bezeichnung Syncro: Zun\u00e4chst war der Name  Tetra geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>syncro &#8211; technik antrieb VW beauftragt Steyr-Daimler-Puch mit der Entwicklung des Syncro. Erstens war es ein \u00f6sterreichisches Unternehmen und zweitens, dank eigener Produktion von Gel\u00e4ndefahrzeugen, mit sehr viel Erfahrung in der Allradtechnik. 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